Geocaching: Besondere Erfahrungen und Ereignisse

Hier werde ich von einigen besonderen Caches berichten, die aus meiner Sicht es Wert sind als "Besonderer Cache" erwähnt zu werden und ich werde von der einen oder anderen skurilen oder spannenden Erfahrung berichten.

Daumen hochBesondere Caches sind aus meiner Sicht die Caches, die man jedem Geocacher uneingeschränkt weiterempfehlen kann und an denen man sich gerne und oft wieder erinnert. Bisher hat sich für mich herausgestellt, das sogenannte "Lost Places" und "Nachtcaches" was ganz besonderes sind. Die Atmosphäre ist eine ganz spezielle, der Adrenalinspiegel befindet sich oberhalb des normalen Durchschnitts und man hat das Gefühl, man würde so ein klein wenig Lara Croft oder Indiana Jones spielen. Halt Spannung, manchmal auch Rätsel und vor allem Abenteuer. Was will ein Geocacher mehr? Das macht aus einem gewöhnliches Hobby ein besonderes...

Ich werde zu den entsprechenden Beschreibungen unter Umständen auch auf externe Seiten verlinken, wo Ihr noch zusätzliche Informationen und Bilder erhaltet.

Noch eine wichtige Information für Geocacher: Die unten beschriebenen Berichte beinhaltet natürlich auch Spoiler Bilder und Informationen zum Finden des Caches. Wenn Ihr also vorhabt, diesen Cache spoilerfrei selber zu heben, rate ich davon ab die folgenden Texte zu lesen. Anderenfalls wünsche ich euch viel Spaß dabei und hoffe euer Interesse geweckt zu haben.

 

GC1G4X4 - Nachtcache Wurm-Loch (Daylight Reloaded)

Mai 2009, ein verregneter Tag, kein Sonnenschein aber die absolute Lust mal wieder einen besonderen Cache zu heben. Vorgenommen hatte ich mir diesen schon letztes Jahr, da sich die Beschreibung mehr als interessant anhörte und die Bilder den entsprechenden Rest lieferten. Ein Arbeitskollege und absoluter Geocachebeginner hatte vor zwei Tagen diesen Cache gehoben und lieferte somit noch den letzten zusätzlichen Ansporn, den Cache endlich mal anzugehen. Zusammen mit einem guten (Geocacher-)Freund, dem Tom, bin ich dann nach Feierabend los zum ersten Wegpunkt. Es handelt sich bei diesem Cache um einen Multicache, der uns "Untertage" führte, in eine große Röhre hinein, die den Fluß Wurm unter die Stadt Aachen durchführt. Als Equipment hatten wir jeweils eine Kopf/Stirn-Lampe, eine Maglite Taschenlampe, GPS-Geräte (wobei wir diese bei diesem Cache ohne weiteres zu Hause hätten lassen können, da da unten absolut kein GPS-Empfang möglich war) und eine Kamera dabei. Da wir die gesamte Zeit durch den Fluß laufen mussten, trug ich Gummistiefel, wobei diese schon fast zu knapp bemessen waren - also meine Hose ist hierbei nicht wirklich trocken geblieben.

Der Einstieg wurde unmittelbar vor dem sogenannten Wurm-Loch vorgenommen - also schwub, hinein in die Wurm und hinein in die dunkle Röhre. Die Höhe wird in der Mitte ca. zwei Meter betragen und schätzungsweise drei bis vier Meter in der Breite, also ein großes Oval. Durch den Regen wurde man zeitweise von den Seiten auch noch "berieselt", wenn man nicht aufpasste. In der Röhre herrschte absolute Finsternis. Nach dem Eingang befand sich der Cache einen guten Kilometer entfernt und durch den sehr rutschigen Boden benötigte man zum Erreichen des Ziels (ohne sich dabei mit voller Wucht auf die Nase zu legen) dann doch schon einige Zeit. Wir haben natürlich unterwegs einige Fotos gemacht, was uns sicherlich nochmals extra Zeit kostete und unterm Strich dann dazu führte, dass wir ca. 1 1/2 Stunden "Untertage" waren. Auf dem Weg zum Versteck mussten wir natürlich darauf achten, dass wir nicht auf dem sehr rutschigen Boden ausrutschten und samt Technik ins Wasser fielen und, dass wir mit unseren Haaren nicht alle vorhandenen Spinnennetze zerstörten. Durch den Regen musste auch schon mal die Seite gewechselt werden, da von diesen weitere Zuläufe mit Wasser aus den Wänden ragten, die nun natürlich reichlich Wasser führten.

Wurmloch 01 Wurmloch 02

Irgendwann machte die Röhre dann einen Rechtsknick, so dass man auch nicht einmal das schwache entfernte Licht vom Einstieg sehen konnte - es war wirklich Pech-Schwarz. Kein Licht weit und breit. Wir schalteten mal für eine Minute das komplette Licht aus und lauschten den Geräuschen. Richtig spannend... Für Personen mit Platzangst und Angsthasen ist das hier unten mal gar nichts. Je näher wir dem Versteck kamen, desto lauter wurde es. In der Ferne hörte man Autos über einen Gullideckel fahren und von irgendwo her strömte laut Wasser in die Röhre. Irgendwann stellte man sich die Frage, ob man nicht schon an dem Versteck vorbei gelaufen sei, denn vom Gefühl her, war man weitaus weiter als nur einen Kilometer gelaufen. Aber in der Beschreibung des Cache's stand fett markiert, dass man den Cache eigentlich nicht verfehlen könne, da er ausreichend markiert sei. OK, also weiter und nach ein paar Minuten sahen wir dann "die Markierung". Oberhalb des Verstecks hatte der Owner drei starke Reflektoren in die Wand geschlagen, die jetzt natürlich durch das Licht der Taschenlampe deutlich diese Stelle markierten. Und da lag er dann auch, der Cache. Hurra... gefunden! Um 18:30 Uhr haben wir dann unseren Fund geloggt und uns dann wieder auf den Rückweg gemacht. Auch auf dem Rückweg haben wir dann noch das eine oder andere Bild geschossen und ein kurzes Video (mit meinem Mobiltelefon erstellt) habe ich auch noch aufgezeichnet. Leider kann man durch die absolute Dunkelheit, trotz zweier Kopflampen, Beleuchtung am Mobiltelefon und der Taschenlampe auf dem Video nicht viel erkennen.

Glücklich erreichten wir Zwei dann um ca. halb acht den Ausgang der Röhre, wo wir dann auch unbeobachtet den Fluss wieder verlassen und auf den Fußgängerweg klettern konnten. War das ein cooles Abenteuer!

Hier mal ein kleines, wenn auch schlechtes, da einfach viel zu dunkel, Video, dass ich mit meinem Mobiltelefon gemacht habe. Aber man kann erahnen, wie dunkel es da unten gewesen ist, da beide Kopflampen, die Taschenlampe und das Licht des Mobiltelefons eingeschaltet gewesen sind.

Wenn hier kein Video angezeigt wird, dann ist kein Flash-Player installiert.
Mit folgendem Button gelangt man auf die Download-Seite des Flash-Players:

Außerdem habe ich hier noch ein paar Bilder zu einer kleinen Gallerie zusammen gestellt. Einfach auf den folgenden Link klicken und dann mit der Maus über das Bild gehen, um dann oben rechts bzw. links, vor- und zurück zu blättern.

   Klicke hier zum Öffnen der Wurmloch Bildergalerie.

Die vollständige Cachebeschreibung und weitere Informationen zu diesem Cache findet Ihr natürlich auch noch auf Geocaching.com. Dort sind auch noch weitere Bilder von anderen Geocachern vorhanden.


GCPHHA - Oles Wattwurm

Es ist August 2009 und wir befinden uns im wohlverdienten Urlaub an der Nordseeküste in Deutschland. Genauer gesagt in Duhnen, das liegt direkt neben Cuxhaven und das Wattenmeer dort gehört nun seit diesem Jahr auch zum UNESCO Weltkulturerbe. Natürlich haben wir während unseres Urlaubs, bei unseren Sightseeingtouren durch die verschiedenen Städte und während unseren Radtouren viele Caches gesucht und gefunden. Aber einen der knapp sechzig Caches, die wir während unseres Urlaubs gefunden haben, gilt es hier hervorzuheben. Wir sprechen von Oles Wattwurm, einen "normalen" Traditionalcache - wobei NORMAL hierbei eigentlich relativ ist. Der Cache liegt Mitten im Wattenmeer, sprich 4km Luftlinie vom Festland entfernt. Zu Heben ist dieser Cache also nur, wenn es die Gezeiten zulassen, sprich zu Wattwanderzeiten. Viel mehr, als zum Cache zu wandern, diesen zu heben und dann wieder zurück zu kehren, sollte man sich also wegen dem Wiederkommenden Meer nicht vornehmen.

Der Cache ist in einer sogenannten Rettungs-"Insel" versteckt oder sagen wir besser mal befestigt, denn den Behälter kann man schon von einiger Entfermung als Cacher gut erkennen. Die Rettungsinsel dient als Notbehausung, wenn einmal Wattwanderer den Rückweg nicht mehr schaffen (können). Oben auf der Insel findet man dann in einem Kasten eine Leuchtpistole und eine Flasche Rum. Mit der Pistole kann man dann Hilfe herbeirufen. Diese kostet dann mindestens 500,-- €. Also IMMER die Wattwanderzeiten beachten - auch wenn Ihr mal vorhabt, diesen Cache zu heben. Nie die Zeit aus dem Auge verlieren! Man vertut sich da ganz schnell.

Außerdem solltet Ihr auch unbedingt den Rat des Owners berücksichtigen und nicht barfuß zu Ole marschieren, sondern geeignete Schuhe/Sandalen anziehen. Wir haben den Rat nicht befolgt und uns einige gute Schnittwunden durch die scharfkantigen Muscheln an den Füßen herbeigezogen. Durch das sich zurückziehende Meer kann man mansche "Muschelbänke" erst gar nicht sehen und SPÜRT sie dann schmerlich an den Füßen, wenn es schon zu spät ist.

Hier mal ein paar Bilder, die viel mehr erzählen als viele Worte. Einfach das folgende Bild anklicken:

Dieser Cache hat uns sehr viel Spaß gemacht und sollte eigentlich für jeden Geocacher, der hier oben einmal die Zeit dazu hat, Pflicht sein. Wir können Ihn uneingeschränkt nur empfehlen - am besten natürlich bei schönem Wetter. Und nie vergessen, die Wattwanderzeiten einzuhalten, sonst ist es einfach zu gefährlich.

Anbei mal zwei wirklich schöner Videoclips, die euch einen superschönen Rundumblick kurz vor Ole zeigen und auch wunderbar demonstrieren, wie stark und wie schnell sich das Wasser bei Ebbe dort zurück zieht.

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Die vollständige Cachebeschreibung und weitere Informationen zu diesem Cache findet Ihr natürlich auch noch auf Geocaching.com. Dort sind auch noch weitere Bilder von anderen Geocachern vorhanden.

GC115Z5 - Rittergut Lorsbeck

März 2009 - Heute mache ich mich auf zu meinem ersten "Geocaching-Marathon". Ich habe mir eine recht große Route an Caches herausgeschrieben, die ich heute den ganzen Tag über finden möchte. Wie sich im Nachhinein herausstellte, wurde aus dem schönen sonnigen Morgen dann zum späten Nachmittag hin dann doch noch ein verregneter kalter Tag. Aber irgendwie passte das Wetter zu diesem Cache hier, den ich dann auch als letzten Cache anging. Die Location befindet sich ein gutes Stück entfernt von der letzten bewohnten Behausung in der Nähe von Jülich, also eher Mitten im Feld, umgeben von einem See. Kein Mensch weit und breit - kein Geräusch, außer einzelne Tierlaute und Geräusche von Sträuchern, die sich durch den Wind bewegten.

Rittergut Lorsbeck

Vor Ort erwartete mich dann ein verlassenes Landgut, welches über eine Brücke erreicht werden konnte. Das GPS leitete mich links an dem Gebäude vorbei, durch dicke Sträucher durch, an der Hauswand entlang. Während ich dem Pfeil meines GPS folgte konnte ich durch die zerschlagenen Fenster in das Gebäude hinein sehen. Teilweise lagen wild Gegenstände verteilt in den Räumen, teilweise waren sie leer. Viele Fenster waren durch Hölzer beschlagen, so dass ins Gebäude auch kein Licht hinein scheinen konnte. Der Weg um das Gebäude herum war recht Abenteuerlich. Überall lag irgendetwas auf dem Boden, man musste sich unter große Äste der Bäume und Sträucher wegducken und zudem noch aufpassen, dass man nicht versehntlich gegen ein vorstehendes Stahlrohr an der Wand prallte. Ich folgte einige Zeit lang meinem GPS und versuchte draussen das Cacheversteck zu finden. Aber immer wieder zeigte das GPS ins Innere des Gebäudes.

Nun ja, dann ist es wohl so. Da ich nun alleine im Nirgendwo stand und ich nicht wusste, was mich nun im Inneren erwartet, stieg auch mein Adrenalinspiegel etwas. Man weiß ja nie, ob ein wahnsinniger Drogenabhängiger oder Penner dort drin auf einem lauert (ist jetzt zwar maßlos übertrieben, aber man weiß ja wirklich nie). Also untersuchte ich die naheliegenden Gebäudeseiten nach einen entsprechenden Eingang, den ich dann auch in Form einer schweren Stahltür fand. Ich ging also in das Rittergut hinein, schaltete die Beleuchtung (Xenon Licht) meines Sony K850i Mobiltelefons ein und begang langsam den ersten Raum, der durch das zerstörte Fenster dann doch noch etwas Tageslicht von außen abbekam, abzusuchen (primär erst einmal, ob ich hier tatsächlich alleine sei - sekundär dann mit Blick auf meine GPS). Ich unterrsuchte die gesamte Etage, also das Erdgeschoss und konnte weder Bewohner noch Cache finden. OK, dann muss ich wohl eine Etage höher.

Ich betrat das tiefschwarze Treppenhaus - kein Licht weit und breit, außer das meines Mobiltelefons. Die Trepper knarrte - ob die mich wohl hält? Im ersten Obergeschoss angekommen suchte ich dann meinem GPS folgend auch zuerst einmal die Räumlichkeiten ab. Nichts... Außer wild herumliegende Gegenstände und dunkle Räume. Wobei hier nicht jeder Raum dunkel war. Auch hier gab es Fenster, die von außen Licht ins Innere ließen. So suchte ich weiter und weiter, ging die nächste Etage hoch, bis ich mich dann unter dem Dach wiederfand. Immer wieder lauchte ich der Ruhe. Ich scheine hier wirklich alleine zu sein. Unter dem Dach, welches nicht mehr ganz bedeckt war, konnte man auch ganz gut ohne Lampe den Raum absuchen. Nach der Untersuchung eines Stahlofens, der eine praktische Rußschublade hatte, in der man gut einen Cache hätte verstecken können und dessen Brennraum natürlich auch ein gutes Versteck gewesen wäre führte mich mein Cache dann doch noch in eine dunkle Ecke. Dort soll er sein? JA, dort war er dann auch. Unter einer Dachpfanne, direkt im Übergang zwischen Mauer und Dachkonstruktion war er versteckt. Schnell noch geloggt und über den Fund gefreut. Was für eine klasse Location. Nach dem Wiederverstecken habe ich dann den Rückweg angetreten, bin durch das Treppenhaus wieder in die unterste Etage und habe das Gebäude dann wieder verlassen. Dieser Lost Place hat wirklich Spaß gemacht, wobei ich denke, dass der Nervenkitzel speziell durch die Witterung und durch den Umstand, dass ich alleine unterwegs war, entstanden ist.

Wenn Ihr euch meinen Rückweg vom Dachgeschoss zum Feldweg mal ansehen wollt, dann guckt euch doch einfach mal das folgende Video an:

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Die vollständige Cachebeschreibung und weitere Informationen zu diesem Cache findet Ihr natürlich auch noch auf Geocaching.com. Dort sind auch noch weitere Bilder von anderen Geocachern vorhanden.