Wie macht man ein vorhandenes Garagentürschloss smart und erhält dabei viel zusätzlichen Komfort?
Das smarte Türschloss
Am Anfang stand bei mir in erster Linie immer die Skepsis bezüglich Sicherheit und Zuverlässigkeit. Außerdem sollte sich das neue Schloss nahtlos in meinem vorhandenen Home Assistant Kosmos einbinden lassen. Also gab es zunächst erst einmal mehrere Entscheidungen zu treffen:
- Wie viel möchte ich für ein gutes Smart Lock ausgeben?
- Welche Features soll das Smart Lock mitbringen?
- Welches Protokoll soll das Smart Lock „sprechen“?
- Wie sicher sind Smart Locks denn überhaupt?
Also hieß es zunächst viel Recherche betreiben, Rezessionen lesen, Bewertungen vergleichen, YouTube Videos gucken (hier kann ich euch den Kanal Simon42 empfehlen), um eine Entscheidung zu treffen. Ich habe mich dann für das damals ganz neue U200 von Aqara entschieden – ein Türschloss mit Matter (Protokoll) Unterstützung und recht breitem Feature-Set: NFC, Apple Home-Tasten, Samsung SmartThings-, IFTTT- und Google Home Unterstützung, automatische Verriegelung, leiser Entriegelungsmodus (für nachts), Notfall-Entsperrmethoden, Akku, uvm.
Da ich schon lange mehr oder weniger ungenutzt den Home Assistant Stick der Firma SkyConnect in Verwendung hatte, war dieses Projekt die perfekte Gelegenheit in die Matter-Welt einzusteigen und das neue „IN“ IoT-Protokoll kennenzulernen.
Das von mir ausgewählte U200 Türschloss kann recht simpel auf ein vorhandenes Türschloss montiert werden, ohne das große Veränderungen an der entsprechenden Tür oder dem Schloss vorzunehmen sind. Im Grunde steckt man die , um diesen dann zu drehen und damit dann das Schloss zu ent- oder verriegeln. Außerdem kann man, sofern das Türschloss über die mechanische Funktion verfügt, auch die Tür dadurch öffnen.
Nach der Hardware Montage auf dem Schloss / an der Tür erfolgt die Kalibrierung des U200 über die zugehörige App des Herstellers. Des Weiteren muss das separate Tastenfeld dann an die Außenwand oder am Türrahmen angebracht werden. Über dieses Tastenfeld hat man viele Möglichkeiten das Schloss zu ver- bzw. zu entriegeln: u.a. per NFC, per Fingerabdruck oder per PIN.
Nach der Montage kann man das Schloss über das erwähnte Matter Protokoll in Home Assistant integrieren. Benötigt wird dafür das bei der Installation erstellte Silicon Labs Multiprotokoll und den Matter Server – beides AddOns, welche in der Home Assistant Software zur Verfügung stehen.
Nach der Integration des neuen Schlosses erhält man in Home Assistant ein Steuerelement, mit welchem man das Schloss auf- und abschließen kann. Zusätzlich erhält man einen Überblick über den Status der Batterie und den Firmwarestand durch gegebene Diagnose Sensoren. .
Im Dashboard kann man das Schloss als Entität anlegen und sich über dessen Zustand informieren bzw. diesen entsprechend ändern.
Über eine Automatisierung kann man nun Sorge dafür tragen, dass das Schloss z.B. nach einer entsprechenden Uhrzeit oder nach dem Sonnenuntergang automatisch abgeschlossen wird, um z.B. nicht versehentlich nachts die Tür zur Garage unverschlossen zu lassen. Außerdem kann man im Logbuch immer einfach einsehen, wann das Schloss geöffnet oder geschlossen wurde und ob dies manuell oder durch eine Person erfolgt ist.
Ich selbst nutze aktuell ausschließlich die Fingerabdruck- und NFC-Funktion des Tastenfelds, um die entsprechenden Benutzer das Auf- und Abschließen zu ermöglichen. Man kann ein Benutzerprofil auch zeitlich begrenzt anlegen, z.B. wenn man dem Nachbarn während des Urlaubs Zutritt verschaffen möchte. .
Als Automatisierung kann man auch eine Benachrichtigung per Push an das Smartphone schicken lassen oder z.B. als Sprachnachricht (TTS) an einen eingebundenen Lautsprecher (Amazon Alexa) schicken. Dieser könnte einen z.B. „nur“ darüber informieren, dass zum Zeitpunkt X noch ein Schloss unverschlossen ist, oder das „jetzt gerade“ das Schloss automatisiert abgeschlossen wurde.
Der Akku des Schlossmotors hält sehr lange (natürlich abhängig von der Art der Nutzung) und ist per USB-C (auch im eingebauten Zustand) aufladbar. Unterschreitet man eine gewisse Schwelle an Akkuleistung, informiert das Tastenfeld bei der Nutzung über diesen geringen Ladestand. Das Tastenfeld alarmiert einen auch, wenn jemand versucht dieses zu entfernen (Burglar-Alarm).
Verlässt man den Raum / das Haus / die Garage / was auch immer und nutzt das Tastenfeld, dann reicht ein einfacher Druck auf die Schlosstaste des Zahlenfelds, um das Schloss zu verriegeln. Das ist sehr smart und schneller, als das Schloss herkömmlich zu verriegeln.
Der „leise Entriegelungsmodus“ öffnet das Schloss leiser, weil der Motor dann langsamer dreht – natürlich benötigt dieser dann auch etwas länger, bis die Tür geöffnet ist.
Um dem geringen Ladestand eines smarten Türschlosses zuvor zukommen kann man natürlich über eine Automatisierung den Ladezustand des Akkus prüfen lassen und sich dann z.B. bei einem Stand von weniger als 20% per Push-Mitteilung darüber informieren lassen.
Mit beispielsweise dem hier vorgestellten U200 von Aqara habt ihr ganz schnell aus einem „nicht smarten“ Türschloss ein „smartes“ gemacht. Ich bin nach-wie-vor total begeistert von der Funktionalität und dem Qualitätsgewinn durch das smarte Türschloss.