Outdoor Tour Reporter 4.0: GPX-Tracks jetzt direkt auf der Karte bearbeiten

Wer seine Wanderungen mit einem GPS-Gerät aufzeichnet, kennt vermutlich das Problem: Der aufgezeichnete GPX-Track entspricht nicht immer exakt der Tour, die man später veröffentlichen möchte.

Vielleicht habe ich die Aufzeichnung zu früh gestartet oder zu spät beendet. Vielleicht bin ich unterwegs ein Stück vom eigentlichen Wanderweg abgewichen, um z.B. einen Geocache zu suchen (ist bei mir regelmäßig der Fall). Manchmal produziert die GPS-Aufzeichnung auch einfach einen Ausreißer oder enthält einen Abschnitt, den ich in der später veröffentlichten Route nicht haben möchte.

Genau an diesem Punkt fehlte mir bislang eine Funktion in meinem Outdoor Tour Reporter (OTR).

Mit der neuen Version 4 habe ich deshalb eines der bisher größten neuen Features in das Programm integriert: einen eigenen GPX Track Editor. Damit lässt sich ein eingelesener GPX-Track nicht mehr nur auswerten und für meine WordPress-Beiträge aufbereiten, sondern direkt innerhalb des Outdoor Tour Reporters visuell auf einer Karte bearbeiten.

Warum überhaupt einen GPX Editor?

Der Outdoor Tour Reporter ist ursprünglich aus meinem persönlichen Workflow für Wanderungen entstanden (siehe den entsprechenden Beitrag hier auf meiner Seite). Meine Routen zeichne ich unterwegs mit meinem Garmin-GPS-Gerät auf. Bei der Aufzeichnung seiner Bewegungen mit dem eigenen GPS-Gerät können aber immer wieder Fehler entstehen, Daten fehlen oder ungenau aufgezeichnet worden sein. Was macht man also, wenn der GPX-Track korrigiert werden muss?

Bisher musste diese Arbeit außerhalb des Outdoor Tour Reporters erledigt werden. Das widersprach zunehmend der eigentlichen Idee des Programms: möglichst viele Arbeitsschritte rund um die Aufbereitung einer Tour an einem Ort zu erledigen. Also bekam OTR einen eigenen GPX Editor.

Den kompletten Track auf einer großen Karte bearbeiten

Der GPX Track Editor öffnet den geladenen Track in einem eigenen Fenster und stellt ihn groß auf einer OpenStreetMap-Karte dar. Das ist mir wichtig, denn bei der Bearbeitung möchte ich nicht abstrakt mit einer Liste aus Koordinaten hantieren. Ich möchte unmittelbar sehen, wo der Track tatsächlich entlangläuft. Die Karte kann verschoben und gezoomt werden. Dadurch lassen sich auch kleinere Bereiche der Aufzeichnung genauer untersuchen. Unterhalb der Karte befindet sich zusätzlich das Höhenprofil. Beim Bewegen über das Profil lässt sich die entsprechende Position innerhalb der Tour nachvollziehen. Damit stehen Kartenverlauf und Höhendaten während der Bearbeitung gemeinsam zur Verfügung.

Einzelne GPX-Punkte auswählen und entfernen

Die einfachste Korrektur betrifft einzelne Trackingpunkte. Ein fehlerhafter Punkt lässt sich auswählen und anschließend aus dem Track entfernen. Eine bestehende Auswahl kann dabei auch wieder korrigiert werden. Das ist beispielsweise bei kleineren GPS-Ausreißern praktisch, bei denen nicht gleich ein kompletter Streckenabschnitt gelöscht werden soll. Natürlich sind solche Eingriffe nicht endgültig: Undo und Redo gehören von Anfang an zum Editor. Eine versehentlich ausgeführte Änderung kann also wieder rückgängig gemacht werden.

Ganze Bereiche markieren

Bei längeren fehlerhaften Abschnitten wäre das Anklicken einzelner Punkte ziemlich mühsam. Deshalb gibt es eine Bereichsauswahl. Mit der Maus kann ein Rechteck über einen Teil der Karte gezogen werden, um die darin liegenden Trackingpunkte gemeinsam auszuwählen. Das eignet sich beispielsweise hervorragend, wenn ein GPS-Gerät nach der eigentlichen Wanderung noch einige Minuten weiter aufgezeichnet hat. Statt Punkt für Punkt zu entfernen, markiere ich einfach den unerwünschten Bereich und lösche die Auswahl.

Der Radierer für schnelle Korrekturen

Noch direkter funktioniert der Radierer. Damit können Trackingpunkte mit gedrückter Maustaste auf der Karte markiert werden. Die Auswahl lässt sich anschließend weiter korrigieren, bevor die Punkte tatsächlich aus dem Track entfernt werden. Gerade bei unregelmäßigen Abschnitten finde ich diese Arbeitsweise deutlich angenehmer als eine rein rechteckige Auswahl.

Streckenabschnitte gezielt entfernen

Eine typische Situation bei meinen Touren sind kleine Abstecher. Beim Geocaching verlasse ich beispielsweise gelegentlich den eigentlichen Wanderweg. Für meine persönliche Aufzeichnung ist das völlig in Ordnung – im später veröffentlichten GPX-Track möchte ich einen solchen Abstecher aber nicht unbedingt behalten. Dafür lassen sich im Editor Anfang und Ende eines Abschnitts festlegen und die dazwischenliegenden Trackingpunkte gezielt bearbeiten beziehungsweise entfernen. So wird aus der tatsächlich aufgezeichneten Bewegung anschließend der Track, den ich für die dokumentierte Wanderroute verwenden möchte.

Trackingpunkte verschieben

Nicht jeder Fehler muss durch Löschen behoben werden. Ein Trackingpunkt kann auch an eine andere Position verschoben werden. Das ist hilfreich, wenn die GPS-Aufzeichnung beispielsweise einige Meter neben dem tatsächlichen Weg liegt. Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, einen aufgezeichneten Track künstlich komplett neu zu zeichnen. Vielmehr möchte ich offensichtliche Fehler unkompliziert korrigieren können.

Neue Trackingpunkte hinzufügen

Mit der Weiterentwicklung des Editors kam noch eine Funktion hinzu, die beim manuellen Korrigieren ausgesprochen praktisch ist: Neue bzw. zusätzliche Trackingpunkte können direkt eingefügt werden. Angenommen, zwischen zwei vorhandenen Punkten verläuft nur eine gerade Linie und tatsächlich müsste der Track an dieser Stelle eigentlich aber einen Knick machen – dann kann man einfach zwischen den bestehenden Trackingpunkten einen zusätzlichen neuen Punkt einfügen und diesen anschließend an die gewünschte Position verschieben. Damit lassen sich nicht nur überflüssige Informationen entfernen, sondern auch fehlende Details im Verlauf ergänzen.

Anfang und Ende des Tracks neu bestimmen

Ein weiterer klassischer Fehler entsteht beim Starten und Stoppen einer Aufzeichnung. Ich starte das GPS vielleicht schon auf dem Parkplatz (oder auf der Fahrt dahin), obwohl die eigentliche Wanderung erst einige Minuten später beginnt. Oder ich vergesse nach der Rückkehr, die Aufzeichnung sofort zu beenden. Der GPX Editor bietet deshalb Funktionen, mit denen sich Start und Ende des Tracks neu festlegen lassen. Gerade bei echten GPS-Aufzeichnungen ist das für mich eine der Funktionen, die im Alltag wahrscheinlich besonders häufig zum Einsatz kommen wird.

Vereinfachung und Höhenglättung direkt im Editor

Auch die bereits aus dem Outdoor Tour Reporter bekannten Optimierungsfunktionen gehören zum GPX Editor. Die GPX-Vereinfachung reduziert unnötig dicht gesetzte Trackingpunkte, während die Höhenglättung starke Schwankungen innerhalb der aufgezeichneten Höhendaten reduzieren kann. Dies ist keine neue Funktion (habe ich ja schon im 3er Release implementiert gehabt), aber gehört natürlich auch in den neuen GPX-Editor. Die jeweiligen Parameter können direkt im Editor eingestellt und auf den bearbeiteten Track angewendet werden. Besonders hilfreich ist dabei der direkte Vorher-/Nachher-Vergleich. Unter anderem werden Punktzahl, Streckenlänge, Anstieg, Abstieg und voraussichtliche Dauer gegenübergestellt. So möchte ich vermeiden, dass eine vermeintliche „Optimierung“ unbemerkt zu einer deutlichen Verfälschung der Route führt.

 Bearbeitung der (Meta-)Trackinginformationen

Zu einem GPX-Track gehören nicht ausschließlich Koordinaten. Im Editor können deshalb auch Informationen wie Name und Beschreibung des Tracks angepasst werden. Zusätzlich lässt sich die Startzeit bearbeiten. Gerade Zeitinformationen sind interessant, weil sie für die zeitliche Zuordnung weiterer Daten einer Tour relevant sein können.

Höhenprofil und Karte

Ein wichtiges Ziel bei der Entwicklung war, dass der Editor nicht einfach nur eine Linie auf einer Karte zeigt. Deshalb befindet sich unmittelbar unter der Karte das Höhenprofil der Tour. Die Kombination aus räumlicher Position und Höhenverlauf macht es wesentlich einfacher, bestimmte Abschnitte wiederzuerkennen. Gerade bei längeren Wanderungen kann ein charakteristischer Anstieg ein besserer Orientierungspunkt sein als eine einzelne GPS-Koordinate.

Und sonst?

Der neue GPX Track Editor ist für mich das zentrale Feature der 4.x-Generation des Outdoor Tour Reporters. Gleichzeitig betrachte ich die aktuelle Version ganz bewusst nicht als Endpunkt. Jetzt beginnt für mich eigentlich der interessante Teil: den Editor mit echten Aufzeichnungen meiner Touren zu benutzen und dabei herauszufinden, welche Bedienabläufe noch verbessert werden können. Und wenn ich beim nächsten GPX-Track wieder denke „Es wäre praktisch, wenn ich jetzt einfach …“, dann stehen die Chancen ziemlich gut, dass daraus eines der nächsten Features entsteht.

Fehlt euch ein Feature oder funktioniert etwas nicht so wie gedacht? Dann schreibt mir einfach…

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