Home Assistant 2026.11: HACS wird zum Marketplace – und das Smart Home wird noch smarter

Mit Home Assistant 2026.11 ist am 4. November 2026 ein Update erschienen, das es wirklich in sich hat. Die Entwickler sprechen sogar vom bislang größten Release in der Geschichte von Home Assistant. Und tatsächlich: Neben 38 neuen Integrationen gibt es zahlreiche Verbesserungen bei Automationen, Dashboards, Kameras, Matter, Zigbee und der Verwaltung des gesamten Smart Homes.

Besonders spannend finde ich diesmal, dass nicht nur neue Funktionen hinzukommen, sondern viele alltägliche Aufgaben deutlich einfacher werden. Das betrifft sowohl Einsteiger als auch erfahrene Anwender, die bereits größere und komplexere Installationen betreiben.

Ich habe mir die Release Notes genauer angesehen und stelle hier nun die Neuerungen vor, die ich besonders interessant finde – natürlich auch mit Blick auf meine eigene Home-Assistant-Installation.

1. HACS wird zum offiziellen Home Assistant Marketplace

Die wohl auffälligste Veränderung betrifft den Home Assistant Community Store (HACS). Dieser wird mit Version 2026.11 vollständig in Home Assistant integriert und heißt künftig schlicht Marketplace. Das hatte ich je bereits im Beitrag Home Assistant 2026.11: HACS wird zum Marketplace – das ändert sich für dein Smart Home angeteasert. Wer HACS bereits verwendet, muss sich keine Sorgen machen: Die vorhandenen Erweiterungen, individuellen Repositories und Update-Informationen werden beim Update automatisch übernommen.

Der neue Marketplace befindet sich direkt unter Einstellungen > Marketplace. Eine separate Installation ist nicht mehr notwendig.

Was verbessert sich konkret?

  • Direkte Integration: Der Marketplace gehört jetzt zum offiziellen Home-Assistant-System.
  • Einfachere Installation: Neue Community-Integrationen können direkt installiert und anschließend eingerichtet werden, ohne vorherigen Neustart.
  • Zentrale Updates: Installierte Erweiterungen erscheinen mit ihren Aktualisierungen auch unter den regulären Home-Assistant-Updates.
  • Mehr Informationen: Downloadzahlen, GitHub-Bewertungen, Versionsanforderungen und weitere Projektdetails helfen bei der Auswahl.
  • Bessere Übersicht: Erweiterungen lassen sich nach Status, Typ und Herkunft gruppieren und filtern.
  • Custom Repositories: Eigene GitHub-Repositories können weiterhin eingebunden werden.

Für die Installation und Aktualisierung von Community-Erweiterungen wird grundsätzlich kein GitHub-Konto mehr benötigt. Für das Hinzufügen eigener Repositories ist dagegen eine GitHub-Verbindung erforderlich. 

Wichtig: Community-Erweiterungen werden dadurch nicht automatisch zu offiziell geprüften Home-Assistant-Integrationen. Sie bleiben Software von Drittanbietern, die mit entsprechenden Risiken verbunden sein kann.

Über HACS und die Entwicklung zum Marketplace hatte ich bereits ausführlicher berichtet. Deshalb möchte ich hier vor allem die praktische Bedeutung hervorheben: Die Erweiterbarkeit von Home Assistant wird wesentlich zugänglicher und besser in die Benutzeroberfläche integriert.

2. Automationen werden flexibler: Geräte und Bereiche gezielt ausschließen

Eine meiner persönlichen Lieblingsneuerungen betrifft den Automationseditor. Bisher konnte man Aktionen zwar auf komplette Räume, Etagen oder Gerätegruppen anwenden, einzelne Geräte aber nicht komfortabel davon ausnehmen. Mit Home Assistant 2026.11 ändert sich das grundlegend. Ab sofort lassen sich Entitäten, Geräte, Bereiche, Etagen und Labels gezielt aus einem Ziel ausschließen.

Ein Beispiel

Angenommen, eine Automation soll abends sämtliche Lampen im Erdgeschoss ausschalten. Die Außenbeleuchtung oder eine bestimmte Orientierungsleuchte soll jedoch eingeschaltet bleiben. Bislang musste man dafür häufig einzelne Entitäten auswählen oder zusätzliche Gruppen und Bedingungen verwenden. Jetzt reicht es, das Erdgeschoss als Ziel festzulegen und die gewünschten Ausnahmen zu definieren.

Besonders praktisch: Diese Ausnahmen bleiben dynamisch. Kommt später ein weiteres Gerät zu einem ausgeschlossenen Bereich hinzu, wird es automatisch berücksichtigt. Die Funktion steht nicht nur für Aktionen zur Verfügung, sondern auch für Trigger und Bedingungen. Auch YAML-Konfigurationen unterstützen diese Möglichkeit über einen neuen exclude-Block innerhalb des jeweiligen Ziels.

Weitere Verbesserungen im Automationseditor

  • Trigger, Bedingungen und Aktionen lassen sich direkt durch andere Elemente ersetzen.
  • Zuletzt verwendete Aktionen und Ziele werden bevorzugt angeboten.
  • Personen können einfacher als Auslöser oder Bedingung ausgewählt werden.
  • Der Zustands-Trigger unterstützt zusätzliche Negativbedingungen.
  • Versehentlich ausgeschnittene Elemente können wiederhergestellt werden.

Gerade bei meinen umfangreicheren Automationen, beispielsweise zur PV-Überschusssteuerung, zur Wallbox-Steuerung oder beim automatisierten Betrieb meines Husqvarna Automowers, sind solche Verbesserungen willkommen. Sie machen die Konfiguration übersichtlicher und reduzieren den Pflegeaufwand. Und sie machen es für Einsteiger wesentlich einfacher auch komplexere Automatisierungen umzusetzen.

3. Dashboards werden intelligenter und pflegeleichter

Auch bei den Dashboards gibt es einige interessante Neuerungen. Besonders hervorzuheben sind die neuen automatischen Dashboard-Abschnitte. Bisher mussten neue Geräte und Entitäten häufig manuell in bestehende Dashboards aufgenommen werden. Mit den automatischen Abschnitten kann Home Assistant diese Arbeit nun teilweise selbst übernehmen.

Automatische Abschnitte

Es stehen unter anderem folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Common Controls: Zeigt häufig verwendete Bedienelemente.
  • Device: Stellt die Entitäten eines ausgewählten Geräts dar, inklusive sinnvoller Gruppierung.
  • Entities: Zeigt automatisch passende Entitäten nach Typ, Bereich, Etage oder Label.

Wird beispielsweise ein neuer Temperatursensor in einem Raum eingebunden, kann dieser automatisch in einem entsprechend konfigurierten Dashboard-Abschnitt erscheinen. Das ist gerade bei größeren Installationen mit vielen Sensoren und Aktoren eine erhebliche Erleichterung. Wer einen solchen Abschnitt anschließend individuell gestalten möchte, kann ihn in einen manuellen Abschnitt umwandeln. Damit endet allerdings auch seine automatische Aktualisierung.

Weitere Neuerungen bei den Dashboards

  • Dashboard-Abschnitte lassen sich kopieren, ausschneiden und an anderer Stelle einfügen.
  • Eine neue Datumskarte zeigt das aktuelle Datum in unterschiedlichen Formaten.
  • Neue Alarm- und Warnanzeigen ermöglichen eine deutlichere Visualisierung von Zuständen.
  • Die Alert-Karte besitzt jetzt einen visuellen Editor.
  • Temperaturregler können wahlweise mit Schaltflächen oder Schiebereglern dargestellt werden.
  • Licht-Kacheln erhalten eine direkte Farbsteuerung einschließlich optionaler Sättigungseinstellung.

Insbesondere für meine Dashboards zur Energieüberwachung, zur Haussteuerung und zur Verwaltung meiner zahlreichen Zigbee- und Z-Wave-Geräte sehe ich hier einige interessante Einsatzmöglichkeiten.

4. Neue Namenslogik für Geräte und Entitäten

Eine weitere grundlegende Veränderung betrifft die Benennung von Entitäten. Die Entwickler haben das bisherige Namenskonzept überarbeitet, um Geräte und ihre Funktionen konsistenter darzustellen. Die Idee dahinter ist einfach: Ein Gerät oder eine Funktion soll möglichst nur einmal sinnvoll benannt werden müssen. Home Assistant ergänzt anschließend den benötigten Kontext.

Aus einem Gerät namens „Thermostat“ mit einer Entität „Temperatur“ wird beispielsweise automatisch eine verständliche Anzeige wie „Thermostat Temperatur“. Das neue Konzept berücksichtigt dabei auch die Zuordnung zu Räumen und Bereichen. Zusätzlich werden sogenannte Child Devices eingeführt. Damit können Geräte mit mehreren eigenständigen Komponenten, beispielsweise Mehrfachschalter, strukturierter dargestellt werden. Die Umstellung erfolgt schrittweise durch die jeweiligen Integrationen.

Achtung beim Update: Diese Änderung ist nicht vollständig abwärtskompatibel. Die angezeigten Namen einiger Entitäten können sich verändern, insbesondere in Dashboards.

Die eigentlichen Entity-IDs bleiben jedoch unverändert. Bestehende Automationen und Skripte sollten deshalb grundsätzlich weiter funktionieren. Individuell vergebene Namen werden übernommen. Wer eigene Templates verwendet, sollte außerdem beachten, dass das Attribut friendly_name perspektivisch abgekündigt werden soll. Stattdessen stehen Funktionen wie entity_name(), device_name() und area_name() zur Verfügung.

5. Matter 1.5: Kameras und Gegensprechfunktion

Matter entwickelt sich zunehmend zu einem umfassenderen Smart-Home-Standard. Mit Home Assistant 2026.11 werden erstmals auch Matter-1.5-Kameras unterstützt. Kompatible Kameras können Livebilder und Momentaufnahmen bereitstellen. Für die Übertragung des Livebilds kommt WebRTC zum Einsatz, wodurch eine direkte Verbindung zwischen Browser und Kamera möglich ist. Voraussetzung ist allerdings ein ausreichend aktueller Matter-Server, der die entsprechenden Kamerafunktionen unterstützt.

Zwei-Wege-Audio für Kameras

Besonders interessant ist die neue experimentelle Funktion Two-way audio. Damit lässt sich über unterstützte Kameras nicht nur zuhören, sondern auch sprechen. In der Liveansicht erscheint dazu eine entsprechende Schaltfläche. Die Funktion kann unter Einstellungen > System > Labs aktiviert werden. Zum Start unterstützen insbesondere Matter-Kameras und die Reolink-Integration diese Möglichkeit.

Bei Reolink ist zu beachten, dass die Kamera über RTSP angebunden sein muss. Andere Streaming-Verfahren wie RTMP oder FLV unterstützen den benötigten Audio-Rückkanal nicht. Außerdem benötigt der Browser für den Mikrofonzugriff derzeit eine HTTPS-Verbindung.

Da ich selbst mehrere Reolink-Kameras in Home Assistant verwende, gehört diese Neuerung definitiv zu den Funktionen, die ich mir genauer ansehen werde. Gerade bei Kameras mit integrierter Gegensprechfunktion könnte das eine interessante Erweiterung sein.

6. Zigbee Green Power: Schalter ohne Batterie

Auch für Nutzer von Zigbee Home Automation (ZHA) gibt es eine bemerkenswerte Erweiterung: Zigbee Green Power wird jetzt unterstützt. Green-Power-Geräte benötigen teilweise weder Batterie noch externe Stromversorgung. Die notwendige Energie kann beispielsweise direkt durch das Betätigen eines Schalters erzeugt werden. Bekannte Vertreter dieser Technik sind bestimmte Friends-of-Hue-Schalter. Für solche Geräte wurden auch die Verwaltungsfunktionen angepasst. Da sie sich technisch von klassischen Zigbee-Geräten unterscheiden, werden beispielsweise nicht anwendbare Konfigurationsmöglichkeiten ausgeblendet.

In der Zigbee-Netzwerkvisualisierung erscheinen Green-Power-Geräte außerdem ohne die sonst übliche Verbindung zu einem übergeordneten Router. Für meine ZHA-Installation ist das eine interessante Entwicklung. Batterielose Schalter könnten langfristig eine wartungsarme Alternative zu klassischen batteriebetriebenen Zigbee-Tastern darstellen.

7. ESPHome: Serielle Schnittstellen über das Netzwerk bereitstellen

ESPHome erhält eine neue Funktion, die vor allem für technisch interessierte Anwender spannend sein dürfte. Über einen Serial Proxy können ESPHome-Geräte künftig eine serielle Schnittstelle im Netzwerk bereitstellen. Damit lassen sich beispielsweise Geräte mit serieller Kommunikation über das Netzwerk an Home Assistant anbinden.

Interessante Anwendungsfälle sind:

  • Seriell angebundene Energiezähler
  • AV-Receiver mit serieller Steuerung
  • Zigbee-Koordinatoren an entfernten Standorten
  • Weitere Geräte mit unterstützter serieller Kommunikation

Auch ZHA kann einen geeigneten Zigbee-Adapter verwenden, der über einen ESPHome Serial Proxy bereitgestellt wird. Gerade in größeren Gebäuden kann dies Vorteile bieten, weil der Standort eines Funkadapters nicht mehr unmittelbar vom Home-Assistant-Server abhängig sein muss.

In meiner Installation mit mehreren ESPHome-Geräten und einem zentralen ZHA-Netzwerk sehe ich darin interessante Möglichkeiten für zukünftige Erweiterungen.

8. Energiemanagement: Aus Leistung wird automatisch Energie

Home Assistant besitzt bereits seit Jahren ein leistungsfähiges Energie-Dashboard. Eine typische Hürde bei der Einrichtung bestand bisher darin, dass viele Geräte lediglich ihre momentane Leistung in Watt liefern. Für das Energie-Dashboard werden dagegen Verbrauchs- oder Erzeugungswerte in Kilowattstunden benötigt. Bislang musste dafür häufig ein zusätzlicher Integrationssensor eingerichtet werden, der die Leistung über die Zeit aufsummiert.

Mit Home Assistant 2026.11 wird dieser Schritt deutlich einfacher. Wird beim Hinzufügen eines Geräts oder einer Energiequelle lediglich ein geeigneter Leistungssensor ausgewählt, bietet Home Assistant automatisch an, daraus einen Energiesensor abzuleiten. Auch bei Wasser- und Gasverbrauch können entsprechende Summenwerte aus geeigneten Durchflusssensoren erzeugt werden.

Für meine Installation mit Fronius-Wechselrichter, SENEC-Speicher, zwei go-eChargern und verschiedenen Verbrauchern ist das besonders interessant. Zwar sind viele der benötigten Energiesensoren bereits vorhanden, bei neuen Geräten oder zusätzlichen Messpunkten reduziert sich der Konfigurationsaufwand jedoch erheblich.

9. Fehleranalyse: Warum wurde eine Automation ausgelöst?

Wer viele Automationen betreibt, kennt vermutlich die Situation: Ein Gerät schaltet plötzlich, obwohl man selbst nichts ausgelöst hat. Anschließend beginnt die Suche nach der verantwortlichen Automation. Home Assistant 2026.11 erweitert die Möglichkeiten zur Ursachenanalyse deutlich.

Neue Funktionen zur Fehlersuche

  • Auslöser filtern: Im Aktivitätsbereich kann gezielt danach gefiltert werden, ob eine Aktion von einer Person, einer Automation, einem Skript oder einer Integration ausgelöst wurde.
  • Traces verfolgen: Die Nachverfolgung von Automationen wird auch über aufgerufene Skripte hinweg verbessert.
  • Integrationsprotokolle: Logmeldungen einzelner Integrationen können gezielter live betrachtet werden.
  • Fehlerhafte Messwerte: Unplausible historische Sensordaten lassen sich gezielt aus der Historie entfernen.
  • Diagramme: Die Untersuchung einzelner Zeitbereiche wird durch zusätzliche Zoommöglichkeiten vereinfacht.

Gerade bei komplexen Abläufen mit mehreren Bedingungen, Timern und voneinander abhängigen Automationen sind solche Diagnosemöglichkeiten ausgesprochen hilfreich. Wenn beispielsweise meine Pool-Wärmepumpe aufgrund einer Änderung des PV-Überschusses ausgeschaltet wird, möchte ich möglichst schnell nachvollziehen können, welche Bedingung dafür verantwortlich war.

10. Backups auf lokalen Laufwerken und USB-Datenträgern

Auch beim Thema Datensicherung gibt es Verbesserungen. Home Assistant kann jetzt neben Netzwerkspeichern auch zusätzliche lokale Datenträger für Backups, Mediendateien und gemeinsam genutzte Dateien verwenden. Dazu gehören beispielsweise interne Laufwerke oder USB-Datenträger. Die Einrichtung erfolgt über Einstellungen > System > Speicher. Der Datenträger muss bereits passend formatiert sein. Home Assistant identifiziert ihn anhand seiner Dateisystemkennung und kann dadurch auch nach einem Neustart zuverlässig darauf zugreifen.

Zusätzlich wurde die Wiederherstellung von Backups optimiert. Eine vollständige temporäre Kopie des Backups ist dafür nicht mehr erforderlich, wodurch Speicherplatz und Zeit eingespart werden können. Ein neuer Sensor informiert außerdem über die Größe des letzten erfolgreichen automatischen Backups.

Das ist eine sinnvolle Ergänzung, um ungewöhnliche Veränderungen beim Sicherungsumfang frühzeitig zu erkennen.

11. LoRaWAN: Neue Möglichkeiten für weit entfernte Sensoren

Mit LoRaWAN hält ein weiterer Funkstandard Einzug in Home Assistant. LoRaWAN wurde für die energieeffiziente Kommunikation über größere Entfernungen entwickelt. Typische Einsatzbereiche sind Sensoren im Außenbereich, in der Landwirtschaft oder an schwer erreichbaren Standorten.

Home Assistant unterstützt nun die Anbindung entsprechender Netzwerke über ChirpStack und The Things Network. Eine neue Verwaltungsoberfläche unter Einstellungen > Konnektivität bietet einen Überblick über angebundene Geräte, Netzwerkverbindungen und Gateways. Auch eine Visualisierung der Netzwerkstruktur ist vorgesehen.

Für mich könnte LoRaWAN perspektivisch beispielsweise bei weiter entfernten Sensoren im Garten oder bei der Überwachung technischer Anlagen interessant werden. Voraussetzung ist natürlich eine entsprechende LoRaWAN-Infrastruktur.

12. Künstliche Intelligenz unterstützt bei der Systemverwaltung

Home Assistant erweitert außerdem die Möglichkeiten seiner KI-Schnittstellen. Kompatible KI-Assistenten können über die Home-Assistant-LLM-API zusätzliche Informationen abrufen, beispielsweise zu Systemzustand, verfügbaren Aktionen und installierten Integrationen.

Neu ist unter anderem, dass entsprechend berechtigte Assistenten auch Integrationen neu laden oder verfügbare Aktionen ausführen können. Darüber hinaus lassen sich Systemprotokolle zur Fehleranalyse einbeziehen. Damit entwickelt sich die KI-Unterstützung schrittweise von einer reinen Auskunftsfunktion zu einem Werkzeug, das auch bei administrativen Aufgaben helfen kann. Allerdings sollte man die vergebenen Berechtigungen sorgfältig prüfen. Über den MCP-Server können beispielsweise ausschließlich lesende Werkzeuge bereitgestellt werden, um unerwünschte Änderungen zu verhindern.

Gerade im Zusammenhang mit lokalen Sprachassistenten und meiner Home-Assistant-Sprachsteuerung finde ich diese Entwicklung spannend. Entscheidend wird sein, wie zuverlässig und kontrollierbar solche Funktionen im Alltag arbeiten.

13. Neue Integrationen und weitere Verbesserungen

Insgesamt bringt Home Assistant 2026.11 38 neue Integrationen mit. Einige davon sind besonders erwähnenswert.

A Better Routeplanner (ABRP)

Die neue Integration verbindet Fahrzeuge aus einem ABRP-Konto mit Home Assistant und stellt unter anderem Ladezustand, Reichweite, Batterietemperatur, Kilometerstand und Ladestatus bereit. Für Besitzer von Elektrofahrzeugen ist das eine interessante Ergänzung. In meinem Fall mit zwei Tesla-Fahrzeugen könnte sich ein Vergleich mit den bereits vorhandenen Fahrzeugdaten lohnen.

Weitere Verbesserungen

  • UniFi Protect: Erweiterte Unterstützung für den Alarm Hub und zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten.
  • HomematicIP Cloud: Unterstützung weiterer Gerätefunktionen und Sensoren.
  • Template-Integration: Unterstützung zusätzlicher Entitätstypen wie Media Player und Warmwasserbereiter.
  • Matter-Klimageräte: Beim Einschalten kann der zuletzt verwendete unterstützte Betriebsmodus wiederhergestellt werden.
  • Radon: Neue Trigger und Bedingungen ermöglichen gezielte Automationen anhand von Radonwerten.

Die vollständige Liste aller neuen und überarbeiteten Integrationen findet sich in den offiziellen Release Notes.

14. Was sollte man vor dem Update beachten?

Bei einem derart umfangreichen Release lohnt sich ein genauer Blick auf die Änderungen, bevor man das Update auf einer produktiv genutzten Installation durchführt.

Besonders beachten würde ich folgende Punkte:

  • Backup erstellen: Vor dem Update sollte eine aktuelle und möglichst extern gespeicherte Datensicherung vorhanden sein.
  • Dashboard-Namen kontrollieren: Durch die überarbeitete Namenslogik können sich angezeigte Bezeichnungen verändern.
  • Community-Erweiterungen prüfen: Insbesondere bei individuellen Integrationen sollte auf Kompatibilität geachtet werden.
  • Matter und Zigbee kontrollieren: Nach dem Update empfiehlt sich ein kurzer Funktionstest wichtiger Geräte.
  • Automationen testen: Kritische Abläufe, beispielsweise bei Heizungssteuerung, Zugangssystemen oder Energieverwaltung, sollten überprüft werden.
  • Breaking Changes lesen: Die offiziellen Release Notes enthalten weitere integrationsspezifische Änderungen, die je nach Installation relevant sein können.

Gerade bei einer umfangreichen Installation würde ich ein solches Update nicht unbedingt unmittelbar vor einer längeren Abwesenheit durchführen.

Mein Fazit: Ein außergewöhnlich umfangreiches Update

Home Assistant 2026.11 gehört für mich zu den interessantesten Releases der letzten Zeit. Die Integration von HACS als Marketplace ist sicherlich die sichtbarste Veränderung. Mindestens genauso wichtig finde ich aber die vielen Verbesserungen, die im täglichen Betrieb Zeit sparen und die Verwaltung größerer Installationen vereinfachen.

Besonders die neuen Ausschlussmöglichkeiten bei Automationen, die automatischen Dashboard-Abschnitte, die erweiterte Fehleranalyse und die Unterstützung für Zwei-Wege-Audio bei Reolink-Kameras haben mein Interesse geweckt. Auch die Entwicklungen rund um ESPHome, Zigbee Green Power und Matter zeigen, dass Home Assistant weiterhin konsequent auf offene Standards und flexible Integrationsmöglichkeiten setzt.

Für mich bleibt Home Assistant damit eine der spannendsten Plattformen, wenn es darum geht, unterschiedliche Smart-Home-Technologien unter einer gemeinsamen Oberfläche zusammenzuführen und möglichst unabhängig von einzelnen Herstellern zu betreiben.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich die neuen Funktionen in meiner eigenen Installation bewähren werden.


Quellen und weiterführende Informationen

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