DIYGarten

Installation einer Rasensprinkleranlage

Um die Bewässerung unseres Garten zu finalisieren habe ich neben der Bewässerung der Beete, Hecken und des Nutzgartens nun auch den gesamten Rasen bewässert. Hier wollte ich eine Sprinkleranlage mit sogenannten versenkten Turbinen realisieren. Im Netzt habe ich mich im Vorfeld über die verschiedenen Varianten, Preise und Qualitäten informiert. Da ich im Moment nicht ganz so glücklich über die Qualität der Firma Gardena bin, wollte ich dieses Mal auf einen anderen Hersteller setzen. Gesagt – getan: Dieses mal sollte das Projekt mit Hunter Produkten umgesetzt werden. Der Hunter Getrieberegner ist übrigens der meistverkaufte Regner im Fachhandel und wird auch von vielen Sportvereinen eingesetzt, um z. B. das Stadion zu beregnen.

Im Vorfeld sollte man sich über einige Dinge informieren, um nachher bei der Umsetzung kein böses Erwachen zu haben. Man sollte den Wasserdruck an der Zuleitung kennen bzw. messen. Ich habe dann im Onlinehandel für knapp 14,– € einen Wasserdruckmesser gekauft, den auf die Zuleitung geschraubt und abgelesen, wie hoch der tatsächliche Wasserdruck an der von mir geplanten Stelle ist.

Als nächstes muss gezeichnet werden. Ich habe dazu unsere Rasenfläche exakt vermessen und im Maßstab 1:100 zu Papier gebracht. Dann benötigt man die Hunter Unterlagen das erste Mal. Der von mir ausgewählte PGP 04 Versenkregner hat eine Wurfweite von 4,9 – 14,0 m, bei einem Wasserdurchfluss von 0,07 – 3,23 m³/Std. Außerdem kann man ihn in einem Sektor von 50 bis 360 Grad betreiben – was für die Planung wiederum sehr wichtig ist.

Eine gute Hilfe bei der Planung war mir die Webseite von DVS Beregnung. Von denen habe ich letztendlich via Amazon auch einige Produkte bezogen – siehe Einkaufsliste am Ende des Artikels. Mit Hilfe des auf der Webseite kostenlosen Projekthandbuches erhält man sehr viele hilfreiche Tipps, um am Ende dann auch mit seiner eigenen Lösung erfolgreich zu sein. Also schaut euch mal auf deren Seite um – ich kann sie nur empfehlen.

   

Anhand der Infos aus dem Projekthandbuch und den Hunter Unterlagen, konnte ich dann auf den von mir gezeichneten Gartenumriss die entsprechend benötigten Regner kalkulieren und einzeichnen. Lange her, dass ich nochmal einen Zirkel benutzt habe. Große Rede – gar kein Sinn: mit sechs Sprinklern in zwei Kreisen (also jeweils drei) sollte mein Rasen vollständig bewässert werden können. Soweit also die Theorie. Die Praxis wird dann zeigen, ob ich alles korrekt kalkuliert habe.

Da ich bereits bis zum Gartenhaus eine Zuleitung meiner Zisterne mit Regenwasser habe, habe ich genau an dieser Stelle ein T-Stück gesetzt und dann eine Ventilbox von Rain Bird in der unmittelbaren Nähe positioniert. Den Strang selber kann ich noch mit einem manuellen Kugelventil absperren, welches sich direkt hinter dem T-Stück befindet.

Da nach der Installation der Anlage dieser Bereich gepflastert wird, ist später nur noch der grüne Deckel im Boden zu sehen. Dieser lässt sich dann entfernen/anheben, um an die installierten Ventile zu gelangen. Die Ventile werden von einem simplen Hunter Beregnungscomputer angesprochen/gesteuert. Diesen positionierte ich im Inneren des Gartenhauses – es gibt allerdings auch die Varianten für die Outdoor Montage. Vom Inneren habe ich dann Steuerleitungen über Leerrohre nach außen in die Ventilbox verlegt und an die Ventile angeklemmt.

Verlegerohr ausgerollt

Nun kam das „uncoole“ an dem Projekt: Der Bodenaushub! Ich habe mit Hilfe von Metall-Stangen und Mauerschnur den geplanten Verlauf des Leitungsrohr auf dem Rasen geplant und dabei versucht möglichst effektiv vorzugehen, damit ich möglichst hohen Druck an den Ventilen habe. Als nächstes wurde die Grasnarbe abgestochen, vorsichtig auf Seite gelegt und der Bodenaushub vorgenommen. Hier bin ich auf Spatentiefe gegangen. Ich werde, wie auch alles andere bisher bei mir im Garten, zum Winter hin, die Leitungen mit Hilfe von Druckluft komplett Wasserfrei pusten. Habe den Mutterboden auf Schubkarren und in Spießbütten „geparkt“. Sektionsweise wurde das Rohr von mir in der Erde verlegt und dann auch wieder mit Mutterboden bedeckt. Danach konnte dann die Grasnarbe wieder aufgelegt werden. Habe diese dann mit einem Gummihammer angedrückt und in die korrekte Position gebracht. Noch ein Tipp am Rande: Das PE-Rohr bzw. die 100 Meter Rolle Rohr sind sehr widerspenstig. Hier solltet Ihr darauf achten, das vernünftig abzurollen und im Idealfall die Montage bei warmen Temperaturen vorzunehmen. Je wärmer bzw. je länger das Rohr in der Sonne liegt, desto einfacher lässt es sich damit arbeiten.

Die Sprinkler werden an ihrem 3/4″-Anschluss mit einem Teleskoparm verbunden, so dass man einigermaßen flexibel den Sprinkler auf seine korrekte Höhe und Position bringen kann. Alle Verbindungen mit Gewinde habe ich mit Teflonband (PTFE = Polytetrafluorethylen) abgedichtet. Bei der Abdichtung eines Gewindes mit Teflon wird das Abdichtband einfach flach um das Außengewinde eines Fittings gewickelt. Wichtig ist hierbei unbedingt darauf zu achten, dass es möglichst straff anliegt und in der richtiger Richtung aufgelegt wird. Wenn das Gewinde in deine Richtung zeigt, muss das Abdichtband im Uhrzeigersinn aufgewickelt werden. Diese Wickelrichtung verhindert, dass sich das Abdichtband beim Einschrauben in ein anderes Gewinde wieder löst.

Sind alle Sprinkler fertig montiert / verlegt und der Boden wieder zurück an seine angedachte bzw. vorherige Position, muss man sich noch für die korrekte Düse des Sprinklers entscheiden. Den Hunter Sprinkler liegen zwölf unterschiedliche Düsen für die unterschiedlichen Wurfbilder und Wurfweiten bei. Hier muss man dann bei der Inbetriebnahme testen, welche Düse die passende für den Sprinkler und seinem Einsatzort ist. Wichtig: Bei der Inbetriebnahme müssen alle Sprinkler eine Düse eingesetzt haben, sonst kommt man zu keinem validen Ergebnis, da bei Entfernen der Düse der Hauptdruck genau an dieser Stelle entweicht und es damit zu keinem vernünftigen Ergebnis kommt. Und vergesst nicht nach dem Einsetzen der Düse, die zugehörige Imbusschraube einzudrehen, sonst „spuckt“ der Sprinkler die Düse einfach nur aus… 🙂

Damit die Bewässerung zukünftig nicht unnötigerweise in Betrieb ist, wenn es regnet, habe ich an dem Beregnungscomputer den Hunters Mini-Clik Regensensor angeschlossen. Dieser stellt eine einfachste Methode dar, meine Regner während oder nach Regenfällen zu deaktivieren. Der Mini-Clik Sensor stoppt Bewässerungsprogramme, wenn er erkennt, dass eine zuvor mechanisch festgelegte Niederschlagsmenge (Regenfällen von 3 bis 25 mm) gefallen ist. Die Menge kann man am Sensor selber durch Verschieben einstellen. Sobald sich der Regen verzogen hat, erlaubt Mini-Clik dem Steuergerät die Wiederaufnahme der normalen Bewässerung. 

Einkaufsliste:

Folgende Produkte habe ich für die Realisierung dieses Projektes verwendet:

Hier habe ich noch ein paar weitere Fotos aus dem Projekt zusammen gefasst. Vielleicht hilft euch da ja die eine oder andere Aufnahme bei eurem eigenen Projekt weiter:

Nach der Installation kann man mit Hilfe des Beregnungscomputers nun feste Zeiten und Tage festlegen, an denen die Bewässerung vorgenommen wird. Ich nutze das aber tatsächlich nur in der heißen Jahreszeit, also dann, wenn der Rasen „wirklich“ zusätzliches Wasser benötigt. Wichtig ist hierbei auch zur richtigen Tageszeit den Rasen zu bewässern. Spren­gt man den Ra­sen bei Son­ne, ver­duns­tet das Was­ser be­vor die Pflan­zen es auf­neh­men kön­nen. Aus diesem Grund sollte man den Ra­sen bei Hit­ze im­mer nur mor­gens oder abends sprengen. Ideal ist Morgens, da dann über­schüs­si­ge Feuch­tig­keit durch den Son­nen­schein tags­über ver­duns­ten kann und somit die Ge­fahr von Schim­mel­bil­dung nicht so hoch ist.

Ob der Rasen wie­der et­was Was­ser ver­tra­gen kann, kann man ganz ein­fach herausfinden: Be­tre­tet euren Ra­sen und prü­ft, ob sich die Grashal­me wie­der von ganz al­lei­ne auf­rich­ten. Ist dies nicht der Fall, ist es Zeit das Grün zu bewässern. Man sollte grundsätzlich den Rasen nicht „oft und kurz“ wässern, sondern lieber weniger häufig, dafür aber ausreichend. Sprengt man je­den Tag immer nur ein biss­chen, dringt das Was­ser nicht rich­tig zu den Wur­zeln der Pflanzen vor und das hilft dem Rasen dann nicht wirklich. 

Interessante / hilfreiche Links zum Projekt:

Solltet Ihr noch Fragen / Anregungen zum vorgestellten Projekt haben, könnt Ihr gerne ein Kommentar hier im Artikel hinterlassen oder mich einfach über mein Kontaktformular kontaktieren.

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