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Fehler E15 einer NEFF Spülmaschine beheben

Gefühlt ist die Küche noch ganz neu, doch wenn man dann mal kurz überlegt, ist die Küche doch schon knapp acht Jahre alt. Wow, wie schnell die Zeit vergeht. Also demnach ist die Spülmaschine auch acht Jahre alt und müsste ungefähr im Jahr 2010 produziert worden sein. Große Rede – gar kein Sinn: Letzte Woche viel mir auf, nachdem die Spülmaschine eine gute Stunde in Betrieb war (Geschirr war schon gereinigt), dass die Maschine über eine recht lange Zeit abpumpte. Ich öffnete sie und konnte dem Display die Fehlermeldung E15 entnehmen. Dazu wurde auch noch das AquaStop Symbol angezeigt. Nach einer Internetrecherche stellte sich dann leider heraus, dass die Maschine erkannt hat, dass sich Wasser in der Bodenwanne befindet. In der Regel hört dann die Maschine nicht mehr auf zu pumpen und sie spült nicht mehr. Die Fehlermeldung E15 bezeichnet einen eingebauten Selbstschutz neuer Geräte. Läuft Wasser in den Unterboden, schalten sich die Geräte zur Sicherheit von alleine ab. 

Die Spülmaschinen von Neff, Bosch, Siemens, Constructa, Gaggenau, und einige andere sind (teilweise) Baugleich. Bei diesen Spülmaschinen tritt nach einigen Jahren eine Undichtigkeit des Pumpentopfs auf. Durch einen Dichtring aus Silikon kann hier nachgeholfen werden. Besonders bei heißen Temperaturen, verformt sich der Pumpentopf und Wasser läuft in die Bodenwanne. Und dann löst, zu Recht, der AquaStop aus.

Aber keine Panik, denn mit etwas handwerklichen Geschick kann man diese Dichtung selbständig einbauen und erspart sich so eine teurer Reparatur durch den Servicepartner. Aber bedenkt immer: Alle Eingriffe erfolgen unter Ausschluss der Garantie. Ich übernehme keine Haftung für die Umsetzung der folgenden Reparaturanleitung. 

Ihr benötigt also zur Reparatur den Dichtungs- bzw. Reparatursatz mit der Teilenummer des Herstellers 12005744. Diesen erhaltet Ihr u.a. bei Amazon über den folgenden Link: Reparatursatz Pumpentopf-Dichtung für Bosch Geschirrspüler

In diesem Set sind die folgende Teile enthalten:

  • Silikondichtung
  • Einfädelhilfe
  • Neue Schrauben
  • Anleitung
  • Reparaturaufkleber

Bevor Ihr mit der Reparatur beginnt, solltet Ihr erst überprüfen, ob diese schon mal in der Vergangenheit durchgeführt wurde – dass kann an dem aufgeklebten „R“ erkennen – siehe beiliegende Anleitung im Set. Neben den Teilen aus dem Set benötigt Ihr noch einen T20 Torx Schraubendreher, einen Schlitzschraubendreher, ein Cutter/Messer, Kombi- oder Spitzzange, Handschuhe, Reinigungsmittel (Spüli) und Küchenpapier. 

Aus Sicherheitsgründen solltet Ihr die Spülmaschine freischalten – sprich vom Strom trennen. Dafür am einfachsten den Netzstecker aus der Steckdose ziehen!

Natürlich müsst Ihr als erstes die beiden Spülkörbe der Maschine entnehmen. Dann natürlich auch noch das Sieb. Sollte sich noch Wasser in dem „Abfluss“ bzw. Siebeinsatz befinden, sollte man dieses (z. B. mit Schwamm oder Küchenpapier) entfernen, bis dass der Pumpensumpf quasi trocken ist.

Nun könnt Ihr den unteren Spülflügel durch vorsichtiges nach oben Ziehen entfernen. 

Danach werden die beiden Torxschrauben aus dem Unterteil entfernt. Dem Reparaturset liegen vier NEUE Torxschrauben bei, die an Stelle der vorhandenen Schrauben später verwendet werden sollen!

Nun muss der Kunststoffarm an der inneren Oberseite der Maschine gelöst bzw. demontiert werden. Dafür sollte man mit Hilfe eines Schlitzschraubendreheers den Arm aus der Halterung lösen:

Danach sollte man den Plastikarm an der mittleren Halterung ebenfalls aus den Clipsen lösen:

Nun kann man den ganzen Kunststoffarm der Maschine entnehmen. Dadurch ist es jetzt auch möglich die Kunsstoffabdeckung am Boden abzunehmen:

Nun wird als nächstes das Cutter bzw. das Messer benötigt. An den beiden Kunststoffhalterungen, in denen zuvor die Abdeckung mit den Torxschrauben befestigt war, müssen an der Außenseite die Nasen abgeschnitten werden:

Die beiden noch sichtbaren T20 Torxschrauben werden jetzt auch entfernt (und später beim Wiederzusammenbau durch die neuen ersetzt).

Nach dem Entfernen der Schrauben kann man mit etwas Druck auf die Kunststoffaufnahme des bereits demontierten unteren Spülflügels das gesamte Gehäuse bis zu 1cm nach unten drücken…

Nun kommt das Spüli (als Schmiermittel) in Einsatz:

Dieses wird großzügig um die beiden Kunststoffhalterungen und der Silikondichtung (aus dem Reparaturset) gegeben. Nun startet die große „Fummelei“. Hier heißt es Ruhe bewahren und Fingerspitzengefühl zu zeigen, ansonsten ist die Silikondichtung aus dem Set nämlich auch sehr schnell Geschichte. Zieht man zu feste an der Dichtung, reißt diese einfach über – dann war es das, mit der Reparatur. Also vorsichtig damit umgehen.

Mit dem im Reparaturset befindlichen Einfädelfaden fährt man nun (mit beiden Enden) unter dem Edelstahlblech durch bis zu der Aussparung für die Kunststoffhalterungen. Am besten erklärt das aber das folgende Foto:

Hat man den Faden so eingezogen, kann man nun vorsichtig, z. B. mit einer Spitzzange die Gummidichtung um die Halterung ziehen:

Das selbe wiederholt man dann auf der anderen Seite. Danach sollte das dann so aussehen:

Nun muss man die Dichtung mit etwas Fingerspitzengefühl sauber der Rundung entlang „verlegen“. Auch das ist sehr „fummelig“. Nehmt euch hier etwas Zeit für, da die Silikondichtung sehr widerspenstig ist. 

Irgendwann sitzt sie dann aber an Ort und Stelle. Nun kann auch schon wieder mit der Montage der demontierten Teile begonnen werden. Hier braucht Ihr also nur noch in entgegengesetzter Reihenfolge die Maschine wieder zusammen zu setzen. Achtet beim Festschrauben darauf, dass kein Spalt zwischen Schraube, Gehäuse und Blech entsteht, damit die Maschine auch wieder dicht ist!

Nach erfolgreicher Montage wird nun noch der Reparaturaufkleber an der linken Innenseite der Spülmaschinentür aufgeklebt – siehe Anleitung. Nun kann der Netzstecker der Maschine wieder in die Steckdose gesteckt werden.

An dieser Stelle nochmals der allgemeine Hinweis: Der Einbau darf nur durch qualifiziertes und unterwiesenes Fachpersonal (Elektrofachkraft) durchgeführt werden. Ich hafte nicht für Schäden aus unsachgemäßem Einbau. Für Reparaturen an Hausgeräten gelten die anerkannten Regeln der Technik.

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