Mit Home Assistant 2026.9 ist das nächste große Monatsupdate erschienen. Das Release trägt den etwas ungewöhnlichen Titel „There’s room on this bus“ – und damit spielt das Home-Assistant-Team auf eine der wichtigsten technischen Neuerungen dieses Updates an: die grundlegende Modernisierung der Modbus-Unterstützung.
Doch Home Assistant 2026.9 hat deutlich mehr zu bieten. Eine neue sogenannte Matter-Netzwerkkarte, wesentlich bessere Möglichkeiten zur Fehlersuche bei Automationen, neue Verwaltungsseiten für MQTT und serielle Geräte, Verbesserungen am Energy Dashboard sowie Neuerungen bei Music Assistant, Sonos, Z-Wave, Zigbee und Fronius machen das September-Release auch für größere und komplexere Smart-Home-Installationen interessant.
Ich habe mir neben den offiziellen Release Notes auch den vollständigen Changelog angesehen. Gerade dort verstecken sich häufig einige Änderungen, die für mein eigenes Home-Assistant-Setup besonders interessant sind.
Neuerungen im Überblick
| Bereich | Neuerung | Warum interessant? |
|---|---|---|
| Modbus & Fronius | Neue Modbus-Architektur und optionale Modbus-TCP-/SunSpec-Unterstützung | Mehr PV-Daten sowie Grundlage für einfacher integrierbare Modbus-Geräte |
| Matter & Thread | Neue grafische Matter-Netzwerkkarte | Thread-, WLAN- und Border-Router-Verbindungen lassen sich besser analysieren |
| Automationen | Aktivitätsprotokoll erklärt jetzt die Ursache einer Änderung | Komplexe Automationen lassen sich wesentlich leichter debuggen |
| Connectivity | Neue zentrale Übersicht für Zigbee, Z-Wave, Matter, Thread, MQTT, Bluetooth und Serial | Funk- und Kommunikationsschnittstellen sind zentral erreichbar |
| MQTT | Neue Verwaltungs- und Diagnoseoberfläche | Topics abonnieren und Testnachrichten direkt über die Oberfläche senden |
| USB / Serial | Neue Übersicht für serielle Geräte und USB-Adapter | Zigbee-, Z-Wave- und Thread-Adapter lassen sich schneller diagnostizieren |
| Energy Dashboard | Energiesensoren werden zusätzlich mit dem Gerätenamen gekennzeichnet | Deutlich bessere Übersicht bei vielen Energiesensoren |
| Music Assistant & Sonos | Medienbibliotheken werden in die Suche des Medienbrowsers einbezogen | Musik lässt sich komfortabler direkt aus Home Assistant finden |
| Sun Integration | Golden Hour und Blue Hour als Trigger und Bedingungen | Neue Möglichkeiten für Licht-, Außen- und Beschattungsautomationen |
| Home Assistant Voice | Neue Cloud-Spracherkennung zum Testen | Bessere Erkennung von Hintergrundgeräuschen, Akzenten und nicht-englischen Sprachen |
Modbus wird modernisiert – und Fronius profitiert direkt
Eine der technisch wichtigsten Neuerungen von Home Assistant 2026.9 betrifft Modbus. Das Protokoll wird unter anderem bei Wechselrichtern, Energiezählern, Wärmepumpen und vielen industriellen Geräten eingesetzt. Home Assistant konnte solche Geräte zwar schon lange über die YAML-basierte Modbus-Integration anbinden, allerdings musste der Anwender dafür häufig Register, Datentypen und Adressen selbst konfigurieren. Mit 2026.9 wurde nun die Grundlage für einen deutlich komfortableren Ansatz geschaffen: Eine Integration kann selbst wissen, wie das jeweilige Gerät über Modbus angesprochen werden muss. Die eigentliche Modbus-Kommunikation wird damit stärker Bestandteil der jeweiligen Geräteintegration.
Die klassische YAML-basierte Modbus-Integration bleibt dabei weiterhin erhalten.
Besonders interessant für mich: Fronius
Für mein eigenes Setup ist die Erweiterung der Fronius-Integration eine der spannendsten Änderungen des gesamten Releases. Ich betreibe einen Fronius-Wechselrichter bereits in Home Assistant und nutze dessen Daten umfangreich für mein PV- und Energiemonitoring. Die Fronius-Integration unterstützt nun optional Modbus TCP über SunSpec. Darüber kann Home Assistant zusätzliche Informationen abrufen, die über die bisher verwendete lokale HTTP-API nicht zur Verfügung stehen. Dazu gehören unter anderem Daten der einzelnen MPP-Tracker beziehungsweise PV-Strings:
- Strom
- Spannung
- Leistung
- insgesamt erzeugte Energie
Interessant ist außerdem, dass sich mehrere Integrationen eine Modbus-Verbindung zum Wechselrichter teilen können. Gerade bei Geräten, die nur eine begrenzte Anzahl gleichzeitiger Modbus-Verbindungen zulassen, ist das ein wichtiger technischer Vorteil.
Im vollständigen Changelog steckt aber noch mehr
Die ausführliche Liste aller Änderungen zeigt, dass die Fronius-Erweiterung noch etwas weiter geht: Zusätzlich wurden Modbus-Setpoint-Number-Entitäten und Modbus-Control-Switches ergänzt. Damit entwickelt sich die Fronius-Integration perspektivisch von einer reinen Datenquelle immer stärker in Richtung einer umfassenderen Wechselrichterintegration. Solche Steuerungsmöglichkeiten werde ich in meinem eigenen Setup allerdings zunächst genau prüfen, bevor ich sie produktiv verwende. Bei einer bestehenden PV- und Speicherregelung sollte man schließlich wissen, welche Einstellung am Wechselrichter tatsächlich verändert wird.
Eine zentrale Schaltstelle für die Konnektivität
Wer über die Jahre eine größere Home-Assistant-Installation aufgebaut hat, kennt das Problem: Zigbee, Z-Wave, Matter, Thread, Bluetooth und MQTT befanden sich bislang an unterschiedlichen Stellen der Einstellungen. Mit Home Assistant 2026.9 gibt es unter Einstellungen → Konnektivität nun einen zentralen Bereich für die verschiedenen Kommunikationswege.
Dort werden unter anderem zusammengefasst:
- Matter
- Zigbee
- Z-Wave
- KNX
- MQTT
- Thread
- Bluetooth
- Serial
- Infrarot
- Funk beziehungsweise Radio Frequency
- Tags
Gerade in einer Installation mit mehreren Funkstandards sorgt das für deutlich mehr Übersicht. Mir gefällt diese neue Sortierung.
Neu: Die Matter-Netzwerkkarte
Zigbee über ZHA und auch Z-Wave können ihre Mesh-Netzwerke schon länger grafisch darstellen. Mit Home Assistant 2026.9 erhält nun auch Matter eine eigene Netzwerkkarte. Sie zeigt unter anderem, welche Matter-Geräte über Thread oder WLAN kommunizieren, welche Komponenten als Router beziehungsweise Thread Border Router arbeiten und welchen Weg die Verbindung zwischen Home Assistant und einem Gerät nimmt. Auch Informationen zur Signalqualität werden in der Darstellung berücksichtigt.
Gerade bei einem wachsenden Thread-Netzwerk ist diese Funktion ausgesprochen hilfreich. Wenn ein Gerät sporadisch nicht erreichbar ist, lässt sich nun wesentlich besser nachvollziehen, wie es tatsächlich mit dem restlichen Netzwerk verbunden ist. Da ich selbst Matter und Thread mit einem OpenThread Border Router einsetze, werde ich mir diese Ansicht nach dem Update definitiv genauer ansehen.
Serielle Geräte auf einen Blick
Direkt dazu passend erhält Home Assistant eine neue Übersicht für serielle Schnittstellen. Das klingt zunächst unspektakulär, dürfte sich bei der Fehlersuche aber schnell als sehr nützlich erweisen. Die neue Serial-Seite unterscheidet zwischen drei Zuständen:
- angeschlossene und verwendete Schnittstellen,
- angeschlossene, aber aktuell nicht verwendete Schnittstellen,
- erwartete Geräte, die momentan nicht vorhanden beziehungsweise angeschlossen sind.
Gerade bei USB-Funkadaptern ist das sehr praktisch. In meinem Setup kommen beispielsweise separate Komponenten für Zigbee, Z-Wave und Thread zum Einsatz. Wenn nach einem Neustart ein Adapter fehlt oder eine Integration die Verbindung verloren hat, sollte sich das künftig wesentlich schneller erkennen lassen, ohne zunächst verschiedene Protokolle durchsuchen zu müssen.
Auch Z-Wave JS und ZHA erhalten Verbesserungen
Im vollständigen Changelog finden sich außerdem zahlreiche Änderungen rund um Z-Wave JS. Dazu gehören Verbesserungen an der Adaptererkennung, der Konfigurationsmigration und verschiedene Stabilitätskorrekturen. Unter anderem wurde verhindert, dass versehentlich ein zweiter Z-Wave-JS-Konfigurationseintrag für dasselbe Add-on angelegt wird. Zudem wurden verschiedene Situationen rund um Wiedererkennung, Migration und abgebrochene Einrichtungsvorgänge robuster gestaltet.
Auch ZHA wurde auf eine neue Version aktualisiert und die zugehörigen ZHA-Quirks wurden aktualisiert. Für Anwender mit größeren Zigbee- und Z-Wave-Netzwerken sind solche Änderungen zwar weniger spektakulär als neue Dashboard-Funktionen, langfristig aber mindestens genauso wichtig.
Home Assistant zeigt endlich, warum etwas passiert ist
Für mich gehört diese Änderung zu den praktischsten Neuerungen von Home Assistant 2026.9. Das Aktivitätsprotokoll konnte bisher sehr gut zeigen, was passiert ist. Beispielsweise: „Der Rollladen wurde geschlossen.“ Bei einer unerwarteten Aktion interessiert mich allerdings meistens eine ganz andere Frage: Warum wurde der Rollladen geschlossen?
Genau diese Frage beantwortet Home Assistant jetzt wesentlich besser. Wird ein Eintrag im Aktivitätsprotokoll ausgewählt, erscheint eine Detailansicht mit der vollständigen Ereigniskette.
Darin lässt sich beispielsweise nachvollziehen:
- Welcher Sensor oder welches Ereignis den Vorgang ausgelöst hat,
- welche Automation darauf reagiert hat,
- welches Skript gegebenenfalls beteiligt war,
- und welche Entität dadurch letztlich verändert wurde.
Die einzelnen Stationen sind anklickbar. Bei einer Automation gelangt man direkt zum zugehörigen Trace. Selbst sehr schnell aufeinanderfolgende Ereignisse können dank Zeitstempeln bis in den Millisekunden-Bereich korrekt nachvollzogen werden. Gerade bei komplexeren Automationen – beispielsweise Beschattung, PV-Überschussladen oder miteinander verbundenen Skripten – kann diese Funktion die Fehlersuche erheblich vereinfachen.
Automation Traces werden ebenfalls besser
Passend dazu wurden auch die Automation Traces verbessert. Home Assistant zeigt nun übersichtlicher, welche Entitäten, Geräte und Bereiche von einem einzelnen Schritt tatsächlich angesprochen wurden. Die Traces sind speziell beim Debuggen sehr hilfreich.
Eine weitere kleine, aber sinnvolle Neuerung betrifft den Neustart von Home Assistant. Statt nur allgemein darauf hinzuweisen, dass noch Automationen oder Skripte laufen könnten, zeigt der Neustartdialog jetzt konkret an, welche Automationen und Skripte gerade ausgeführt werden. Die Liste wird dabei sogar live aktualisiert.
Wer umfangreiche Automationen betreibt, kann damit vor einem Neustart wesentlich besser einschätzen, ob gerade ein ungünstiger Zeitpunkt dafür ist.
Templates werden mächtiger
Eine weitere Änderung, die sich vor allem im vollständigen Changelog beziehungsweise unter den kleineren Neuerungen versteckt, betrifft Template-Entitäten. Benutzerdefinierte Attribut-Templates stehen nun für deutlich mehr Entitätstypen zur Verfügung, darunter unter anderem:
- Cover
- Light
- Lock
- Number
- Select
- Switch
- Update
- Weather
Außerdem kann die komplette attributes-Option nun als Template erzeugt werden. Trigger-basierte Template-Entitäten unterstützen zusätzlich eigene Bedingungen, über die sich Aktualisierungen einer bestimmten Entität gezielt verhindern lassen. Gerade bei umfangreicheren Installationen mit eigenen Template-Sensoren und daraus aufgebauter Logik eröffnen diese Änderungen interessante Möglichkeiten.
MQTT bekommt eine eigene Schaltzentrale
Auch MQTT erhält mit 2026.9 eine deutlich sichtbarere Rolle innerhalb der Benutzeroberfläche. Unter Einstellungen → Konnektivität → MQTT gibt es nun eine eigene Verwaltungsseite. Dort zeigt Home Assistant unter anderem den Verbindungsstatus des Brokers und die Anzahl erkannter Geräte an. Besonders praktisch für Fehlersuche und Entwicklung: MQTT-Nachrichten können direkt über die Oberfläche gesendet werden. Dabei lassen sich unter anderem Topic, Payload, QoS und Retain festlegen.
Auch die Ansicht abonnierter Topics wurde verbessert. Empfangene Nachrichten werden übersichtlicher dargestellt und können direkt kopiert werden. Damit lassen sich viele MQTT-Probleme untersuchen, ohne dafür zunächst ein externes MQTT-Werkzeug öffnen zu müssen.
Das Energy Dashboard wird übersichtlicher
Auch im Energy Dashboard gibt es eine kleine, aber sehr sinnvolle Verbesserung. Bei einzelnen Verbrauchern beziehungsweise Energiequellen wird jetzt zusätzlich der Gerätename angezeigt. Bislang konnte es bei vielen Sensoren schnell passieren, dass mehrere Einträge lediglich Namen wie „Energy“ oder „Total Energy“ trugen. Gerade bei umfangreichen Energiemonitoring-Installationen mit PV-Anlage, Batteriespeicher, Wallboxen und zusätzlichen Leistungsmessern sorgt das für erheblich mehr Übersicht. Die Gerätenamen werden sowohl in Diagrammen und Sankey-Darstellungen als auch innerhalb der Konfiguration des Energy Dashboards verwendet.
Music Assistant und Sonos besser in Home Assistant integriert
Auch der Medienbrowser wurde erweitert. Die Suche berücksichtigt jetzt nicht mehr ausschließlich klassische Medienquellen, sondern kann auch die eigenen Bibliotheken unterstützter Media Player durchsuchen. Dazu gehören unter anderem:
- Music Assistant
- Sonos
- Squeezebox
- Jellyfin
Da ich selbst Music Assistant und mehrere Sonos-Lautsprecher in Home Assistant nutze, ist das für mich eine durchaus interessante Komfortverbesserung.
Weitere Music-Assistant-Verbesserungen aus dem vollständigen Changelog
Der vollständige Changelog zeigt außerdem zusätzliche Änderungen, die es nicht prominent in die eigentlichen Release Notes geschafft haben. Unter anderem wurde die Verarbeitung von Medien-Metadaten aus dem aktuell wiedergegebenen Medium verbessert. Außerdem wurden die Such- und Bibliotheksaktionen von Music Assistant um einen Benutzerparameter erweitert und die Benutzerzuordnung verbessert. Das ist insbesondere für Installationen mit mehreren Benutzern beziehungsweise mehreren Musikbibliotheken interessant.
Auch Spotify erhält eine kleine, aber hilfreiche Änderung
Im vollständigen Changelog findet sich zudem eine kleine Verbesserung der Spotify-Integration. Beim Hinzufügen eines Spotify-Kontos wird der Account-Picker nun gezielt angezeigt. Das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn mehrere Spotify-Konten verwendet werden und der Browser bereits mit einem Konto angemeldet ist.
Außerdem wurde die Reihenfolge der von Spotify bereitgestellten Quellen stabilisiert. Das sind keine großen neuen Funktionen, aber genau solche kleinen Verbesserungen können die Verwaltung mehrerer Konten angenehmer machen.
Golden Hour und Blue Hour als Automation-Trigger
Die Sun Integration wurde in den vergangenen Releases schrittweise modernisiert. Mit Home Assistant 2026.9 kommt nun der nächste interessante Schritt.
Neu sind eigene Trigger und Bedingungen für:
- Golden Hour
- Blue Hour
- Mitternachtssonne
- Polarnacht
Für die meisten Anwender in Deutschland dürften vor allem Golden Hour und Blue Hour interessant sein. Damit lassen sich beispielsweise Beleuchtung oder Rollläden abhängig von den tatsächlichen Lichtverhältnissen steuern, anstatt ausschließlich feste Zeitpunkte vor oder nach Sonnenauf- beziehungsweise Sonnenuntergang zu verwenden.
Das eröffnet interessante Möglichkeiten für:
- Außenbeleuchtung,
- Gartenbeleuchtung,
- Rollläden und Beschattung,
- stimmungsabhängige Innenbeleuchtung,
- Anwesenheitssimulationen.
Da bei mir bereits mehrere Automationen auf Sonnenauf- beziehungsweise Sonnenuntergang reagieren, ist das definitiv eine Funktion, die ich mir genauer ansehen werde.
Neue Möglichkeiten für Rollläden und andere Cover
Bei Cover-Entitäten gibt es ebenfalls eine interessante Erweiterung. Die Aktionen zum Öffnen, Schließen und Anfahren einer bestimmten Position können nun optional eine Geschwindigkeit erhalten – vorausgesetzt, das jeweilige Gerät beziehungsweise die verwendete Integration unterstützt unterschiedliche Fahrgeschwindigkeiten. So könnte ein Rollladen beispielsweise nachts besonders langsam und leise fahren, während er bei bestimmten automatischen Aktionen mit normaler oder höherer Geschwindigkeit bewegt wird. Ob die Funktion tatsächlich zur Verfügung steht, hängt vom verwendeten Antrieb und dessen Home-Assistant-Integration ab.
Neue Cloud-Spracherkennung für Home Assistant Voice
Auch bei Home Assistant Voice gibt es eine interessante Entwicklung. Nabu Casa testet für Home-Assistant-Cloud-Nutzer eine neue Speech-to-Text-Engine. Besonders verbessert werden sollen drei Bereiche, die bei Sprachassistenten immer wieder Probleme bereiten:
- Akzente,
- Hintergrundgeräusche,
- Sprachen außerhalb des Englischen.
Die neue Spracherkennung kann über Einstellungen → System → Labs aktiviert und getestet werden. Gerade für eine deutschsprachige Sprachsteuerung könnte das spannend sein. Da ich Home Assistant Voice bereits selbst einsetze, werde ich die neue Engine mit meiner bisherigen lokalen beziehungsweise bisherigen Sprachverarbeitung vergleichen.
Security Dashboard: Warnungen und Favoriten
Auch das integrierte Security Dashboard wird weiter ausgebaut. Mit den neuen Active Alerts lässt sich festlegen, welche Entitäten einen sicherheitsrelevanten Zustand darstellen. Dabei können unterschiedliche Schweregrade definiert werden. So muss beispielsweise ein geöffnetes Fenster nicht dieselbe Aufmerksamkeit erhalten wie ein Rauchmelderalarm.
Besonders elegant: Gibt es aktuell keine Warnung, wird der entsprechende Bereich überhaupt nicht angezeigt. Zusätzlich lassen sich wichtige Entitäten als Favoriten im Security Dashboard hervorheben. Türen, Schlösser und wichtige Sicherheitssensoren können damit dauerhaft prominent dargestellt werden.
Netzwerkspeicher: Endlich sieht man den zur Verfügung stehenden freien Platz
Wer Home-Assistant-Backups oder Mediendateien auf einem NAS beziehungsweise einer Netzwerkfreigabe speichert, erhält ebenfalls eine praktische Neuerung. Home Assistant zeigt bei eingebundenen Netzwerkfreigaben nun an, wie viel Speicherplatz belegt beziehungsweise noch verfügbar ist. Ab einer Belegung von 85 Prozent wird die Anzeige auffälliger dargestellt, ab 95 Prozent erscheint eine deutliche Warnfarbe. Gerade für externe Backup-Ziele ist das sinnvoll. Ein automatisches Backup hilft schließlich wenig, wenn die Netzwerkfreigabe irgendwann unbemerkt vollgelaufen ist.
Neue Funktionen für Tile Cards
Auch die beliebten Tile Cards wurden erneut erweitert. Neu hinzugekommen sind unter anderem:
- Auswahl von Lichteffekten direkt in der Tile Card,
- Einstellung der Lüfterleistung bei Staubsaugern,
- Regelung der gewünschten Luftfeuchtigkeit bei unterstützten Climate-Entitäten.
Zudem wurde die Darstellung mehrerer Inline-Funktionen korrigiert. Während bislang teilweise nur die erste Funktion sichtbar war, werden weitere Funktionen nun zusätzlich unterhalb der Karte dargestellt.
Neue und verbesserte Integrationen
Home Assistant 2026.9 bringt erneut zahlreiche neue Integrationen mit. Dazu gehören unter anderem:
- Besen-EV-Ladestationen,
- Flow-it-Lüftungsanlagen,
- Hot-Spring-Whirlpools,
- ISEO-Argo-Bluetooth-Schlösser,
- LibreNMS,
- NexBlue-Wallboxen,
- Samsung TV via ExLink,
- Sofar Inverter Modbus,
- Specialized-Turbo-E-Bikes,
- Tonewinner AV-Geräte.
Interessant ist beispielsweise die neue Samsung-TV-via-ExLink-Integration. Sie kommuniziert über die serielle RS-232-Schnittstelle des Fernsehers und ermöglicht dadurch eine sehr direkte und zuverlässige lokale Steuerung. Dafür ist allerdings eine entsprechende serielle Verbindung zum TV erforderlich – sie ersetzt also nicht einfach die bestehende Netzwerk-Integration.
Auch bestehende Integrationen wurden umfangreich erweitert. Shelly unterstützt beispielsweise nun Kameras inklusive Bewegungserkennung und Privacy-Schalter, Reolink erhält weitere Kameraeinstellungen und OpenEVSE neue Funktionen rund um PV-Überschussladen.
Kleine Änderungen, die für mein Setup ebenfalls interessant sind
Beim Durchsehen des vollständigen Changelogs sind mir noch einige Änderungen aufgefallen, die zwar keine eigenen großen Kapitel in den offiziellen Release Notes bekommen haben, in meinem Setup aber durchaus relevant sein können.
- Z-Wave JS: Zahlreiche Verbesserungen rund um Adaptererkennung, Wiederherstellung und Konfigurationsmigration.
- ZHA: Aktualisierung der ZHA-Version und der Geräte-Quirks.
- Music Assistant: Verbesserte Medien-Metadaten und Benutzerunterstützung.
- Spotify: Verbesserte Kontoauswahl beim Hinzufügen weiterer Accounts.
- Recorder: Mehrere Fehlerkorrekturen, unter anderem beim Verbindungs-Handling und beim gezielten Löschen von Entitäten aus der Datenbank.
- Templates: Deutlich flexiblere Attribute und Bedingungen für triggerbasierte Template-Entitäten.
Gerade diese Änderungen zeigen wieder sehr schön, dass es sich bei einem Home-Assistant-Release lohnt, nicht nur die großen Überschriften zu betrachten. Im vollständigen Changelog finden sich regelmäßig kleine Verbesserungen, die für bestimmte Installationen einen erheblichen Unterschied machen können.
Fazit zum Update auf Home Assistant 2026.9
Besonders hervorheben würde ich:
- die neue Modbus-Architektur und die umfangreichere Fronius-Unterstützung,
- die neue Matter-Netzwerkkarte,
- die zentrale Connectivity-Übersicht,
- die neue Serial- und MQTT-Diagnose,
- die wesentlich bessere Ursachenanalyse im Aktivitätsprotokoll,
- die verbesserten Automation Traces,
- die Neuerungen für Music Assistant und Sonos,
- die Erweiterungen der Sun Integration,
- und zahlreiche kleinere Verbesserungen bei Z-Wave, ZHA, Templates und Recorder.
Gerade mit zunehmender Größe einer Home-Assistant-Installation wird nicht nur entscheidend, was sich automatisieren lässt. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, wie schnell sich nachvollziehen lässt, warum etwas passiert oder warum etwas nicht funktioniert. Genau an dieser Stelle macht Home Assistant 2026.9 einen großen Schritt nach vorne.

