Smart Home ohne Cloud: Alte Alexa-Geräte bekommen ein zweites Leben

Was passiert eigentlich, wenn Hersteller ihre Smart-Home-Produkte nicht mehr unterstützen, Cloud-Dienste abschalten oder plötzlich neue Regeln für unsere Geräte aufstellen? Genau darum geht es im aktuellen Oktober-Newsletter der Open Home Foundation (Home Assistant). Und einige der vorgestellten Entwicklungen finde ich wirklich spannend!

Alexa und Google Home – funktionieren (jetzt) auch ohne die Hersteller-Cloud

Besonders interessant sind verschiedene Community-Projekte, mit denen sich ältere Sprachassistenten von Amazon und Google unabhängig von ihren ursprünglichen Herstellern betreiben lassen. Ein Beispiel ist ein Crowdfunding-Projekt, das den Google Home Mini der ersten Generation mit einer neuen Platine ausstattet. Ursprünglich sollten dafür 8.000 US-Dollar eingesammelt werden. Inzwischen sind es über 132.000 US-Dollar geworden! Das zeigt ziemlich deutlich, wie groß das Interesse an einer unabhängigen Sprachsteuerung ist.

Auch für Amazons Echo-Geräte gibt es spannende Ansätze:

  • LocalDot: Eine offene Hauptplatine für den Echo Dot der dritten Generation.
  • EchoMuse: Verwandelt einen Echo Dot der zweiten Generation in einen lokalen Sprachassistenten und Musikplayer.
  • TECHO5: Macht aus einem Echo Show einen lokalen Home-Assistant-Sprachassistenten – inklusive Touchscreen.
  • overdub: Ermöglicht die Nutzung der Aktionstaste eines Echo Dot mit Home Assistant, ohne Alexa vollständig ersetzen zu müssen.

Ich finde diesen Ansatz klasse (und auch nachhaltig)! Warum funktionierende Hardware entsorgen, wenn sie sich mit etwas Bastelarbeit weiterhin sinnvoll einsetzen lässt? Natürlich sind solche Community-Projekte nicht unbedingt etwas für jeden Anwender, aber sie zeigen, was mit offener Hardware und Software möglich ist.

Shelly und Zooz: Was passiert nach der Übernahme?

Auch bei den Smart-Home-Herstellern tut sich einiges. Schneider Electric plant die Übernahme von Shelly Anfang 2027. Gleichzeitig wurde der bekannte Z-Wave-Hersteller Zooz von Jasco übernommen. Beide Hersteller haben zunächst signalisiert, dass bestehende Strukturen beziehungsweise Teams weitgehend erhalten bleiben sollen. Auch die Zertifizierung „Works with Home Assistant“ kann bestehen bleiben, solange die entsprechenden Anforderungen weiterhin erfüllt werden. Trotzdem bleibt für mich eine wichtige Frage: Was passiert langfristig mit Produktunterstützung, Firmwareupdates und offenen Schnittstellen? Gerade bei Smart-Home-Geräten, die teilweise viele Jahre im Einsatz sind, ist das ein entscheidender Punkt. Schließlich möchte niemand seine gesamte Installation umbauen müssen, nur weil sich die Unternehmensstrategie eines Herstellers verändert.

Wenn die Cloud abgeschaltet wird, wird es ungemütlich

Wie problematisch eine Herstellerabhängigkeit werden kann, zeigt das Beispiel des intelligenten Backofens June Oven. Nach der Übernahme durch Weber wurden die zugehörigen Cloud-Server abgeschaltet. Damit verloren die Geräte unter anderem ihre Fernsteuerung, Kameraübertragung und Softwareupdates. Der Backofen funktioniert zwar weiterhin als Backofen, aber zahlreiche ursprünglich beworbene Smart-Funktionen sind verschwunden. Und genau das ist für mich einer der wichtigsten Gründe, bei Smart-Home-Komponenten möglichst auf lokale Kommunikation und offene Standards zu setzen. Ein Gerät sollte schließlich nicht plötzlich einen Teil seiner Funktionen verlieren, nur weil der Hersteller keine Lust mehr auf den Betrieb seiner Server hat.

Mein Kurzfazit

Der Oktober-Newsletter der Open Home Foundation macht einmal mehr deutlich, dass ein wirklich smartes Zuhause nicht nur aus möglichst vielen vernetzten Geräten besteht. Mindestens genauso wichtig sind Unabhängigkeit, Datenschutz, langfristige Nutzbarkeit und die Kontrolle über die eigene Hardware. Besonders die Projekte zur Wiederverwendung alter Echo- und Google-Geräte zeigen, welches Potenzial in der Open-Source-Community steckt.

Für mich ist die Richtung jedenfalls klar: Lieber lokal, offen und selbstbestimmt als dauerhaft von irgendeiner Hersteller-Cloud abhängig! Deswegen nutze ich Home Assistant (und kann es jedem nur empfehlen).


Quelle: Open Home Foundation – Building the Open Home: How to take back your voice, Newsletter vom 22. Oktober 2026 – Autor Newsletter: Paulus Schoutsen, Gründer von Home Assistant und Präsident der Open Home Foundation.

Weitere Informationen: Open Home Foundation

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